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Zuckerfrei

Hinter uns liegen Jahre voller Leid, Krankenhausaufenthalte und Ungewissheit, denn meinem Mann ging es viele Jahre gesundheitlich sehr schlecht. Leider konnte ihm niemand wirklich helfen. Nach einem Jahr unendlich vieler Tests kam die Diagnose Reizdarmsyndrom. All die vielen ungeklärten Bauchschmerzen wurden zurückgeführt auf Stress. Im Grunde standen wir von nun an auf einer Stelle, an der wir als Familie auf uns allein gestellt waren. Die Ärzte hatten ihren Soll geleistet. Der weitere Verlauf wurde uns überlassen. Wir mussten dafür sorgen, dass wir unseren Papa und meinen Mann so gut es ging in unserem Alltag entlasteten. Doch egal was wir taten, die Beschwerden kamen einfach immer wieder.

Die Angst vor den Beschwerden blieb!

Mal sehr schlimm, mal ein wenig – aber die Angst, dass es wieder so schlimm werden würde, dass er Tage lang ausfiel, war fortan immer gegeben.

Diese Bauchschmerzen bestimmten unseren Alltag. Unser Familienleben. Uns. Mich. Ich kann es kaum in Worte fassen, wie sich diese Angst vor Schmerzen wie ein dunkler Schleier über unsere Familie legte. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir auf eine Ärztin trafen, die sich wunderte, dass noch nie jemand auf eine Fructoseintoleranz getestet hatte.

Die verminderte Fähigkeit vom Körper Zucker/Fructose abzubauen: Die großen Zuckerbausteine, die üblicherweise von einem gesunden Körper im Darm gespalten werden, können von einem Körper mit dieser Intoleranz nicht verwertet werden und so kommt es zu schlimmen Beschwerden, die sich unter anderem in starken Bauchschmerzen, Unwohlsein, Müdigkeit und Schlappheit (da dem Körper wichtige Ressourcen fehlen) äußern.

Auf einmal wurde der Gesundheitszustand meines Mannes wieder greifbar. Weg von der Ohnmachtsdiagnose Stress, hin zu einer behandelbaren Ursache. Nach einem Test beim Gastroenterologen war schnell klar, dass er tatsächlich eine Fructoseintoleranz hat. Auf den ersten Blick waren wir unheimlich erleichtert. Auf den zweiten wurde uns bewusst, was diese Diagnose jetzt für uns als Familie hieß. Eine radikale Ernährungsumstellung, denn unser Haushaltszucker besteht zu 50% aus Fructose und 50% aus Glucose.

Der handelsübliche Zucker ist in wirklich vielen Lebensmitteln enthalten. Nach der Diagnose Fructoseintoleranz verzichtet der Betroffene erst einmal 4 Wochen lang konsequent auf jede Art von Fructose. Und das sind gar nicht so wenig Lebensmittel, denn Fructose kommt in freier Form vor, aber auch in vielen Verbindungen, wie zum Beispiel:

Fructose ist enthalten in:

  • Haushaltszucker: Gemisch aus Fructose und Glucose
  • Insulin: Kohlenhydrat, das aus Fructose aufgebaut ist
  • Sorbit: chemischer Abkömmling der Glucose, der im Körper in Fructose umgewandelt und als Zuckeraustauschstoff verwendet wird
  • Honig: Gemisch aus Fructose und Glucose
  • Invertzucker: Gemisch aus Fructose und Glucose

Sorbit ist zum Beispiel in vielen Toastsorten und abgepackten Backwaren enthalten. Es änderte sich für uns als Familie also erst einmal alles mit der Intoleranz meines Mannes. Fortan konnten wir viele Obstsorten nicht mehr verwerten. Brot musste am besten frisch gebacken werden, da in vielen Biobroten Honig zugefügt ist statt Zucker. Süßigkeiten gingen so oder so nicht mehr, Fertiggerichte waren ebenfalls ein Tabuthema.

Ich nutzte die Chance, um meine schlechte Ernährung auf Vordermann zu bringen, denn eins ist mir bewusst geworden – Zucker ist der eigentliche Dickmacher schlechthin. Im Grunde passiert nach dem Verzehr von Zucker, also Fructose, nichts anderes als die Umwandlung in Fett.

Fructose braucht unser Körper nicht. Glucose hingegen ist ein wichtiger Energielieferant, aber Fructose ist im Grunde nicht wichtig. Er baut ihn also in Fett ab. Sprich: Das ist es, was uns auf die Hüften kommt.


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Ich habe gemeinsam mit meinem Mann angefangen den Zucker aus unserem Leben zu lassen. Natürlich nicht so radikal wie er – hin und wieder gönnen sich die Kinder und ich etwas Leckeres. Nichts soll zwanghaft gelebt werden, aber im Großen und Ganzen leben wir ein Leben ohne große Einnahmen von Fructose.

Und es funktioniert. Backwaren machen wir meist frisch. Kochen tun wir ebenfalls jeden Mittag frisch mit den Lebensmitteln, die gut geeignet sind. Zum Naschen für Zwischendurch gibt es Nüsse oder ein saftiges Stück Käse und Backen tun wir mit Traubenzucker.

Gewusst wie, lässt sich die Fructose in unserem Familienalltag gut weg lassen und uns allen geht es besser. Wir sind allesamt frischer. Nicht zuletzt, weil es unserem Papa endlich seit einem halben Jahr gut geht ohne Beschwerden.

Auf diese Lebensmittel kannst Du unbedenklich zurückgreifen:

  • Gemüse (u.a Spinat, Champignion, Zucchini)
  • Obst (u.a. Erdbeeren, Rhabarber, Avocado)
  • Ungesüßte Getränke
  • Getreiderzeugnisse (zarte Haferflocken, Mandelmilch, Hafermilch)
  • Kartoffeln
  • Nudeln (Vollkornnudeln)
  • Reis (Vollkornreis)
  • Getreide
  • Vollkornbrot (Dick geschnitten, dünn belegt)

Wenn man sich etwas in dieses Thema eingefuchst hat, ist es nicht mehr so schwierig die zuckerfreie Ernährung in seinen Alltag zu integrieren. Beachtet man die zwei Basics „frisch“ und wenn es geht „selbstgemacht“, hat man schon viel gewonnen.

Vielleicht habt ihr ja auch einfach mal Lust diese Art der Ernährung in euren Alltag zu integrieren. Zum Beispiel 4 Wochen? Probeweise. Anschließend hat man ein gutes Gefühl für das Thema Essen, so dass man sich ein bisschen, dass was einem gut tut herausnehmen kann, ohne stoisch Zucker komplett aus seinem Leben zu verbannen. Es soll einem gut tun und keine Dogmen auferlegen.

In diesem Sinne: Lasst es Euch gut gehen!

Eure Alina