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Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Pia liegt wach. Nein, dieses Mal liegt es nicht an Baby Paul, der nebenan friedlich schlummert. Schuld ist der freundliche Anruf eines Kollegen, der Pia abrupt daran erinnert hat, dass in wenigen Wochen ihre Elternzeit zu Ende geht.

Als Pia Thomas, ihrem Mann, davon berichtet meint der nur: „wir haben doch den Krippenplatz für Paul. Ich bringe ihn morgens hin und du holst ihn nachmittags ab – wo ist das Problem?“ Pia ist erst sprach – und später schlaflos. Wie ein Mühlrad kreisen die Gedanken in ihrem Kopf: wie wird Paul das verkraften? Hält er schon acht Stunden Fremdbetreuung durch? Was mache ich, wenn er mal krank ist? Und wie schaffen wir das mit dem Haushalt? Thomas hat sich in den letzten Monaten wenig gekümmert, weil ich ja da war. Aber wer kauft ein, macht sauber, organisiert unsere privaten Termine? Und bin ich selbst überhaupt schon soweit? Hat mein Chef Verständnis, wenn ich mal früher gehen muss, weil es mit Paul Probleme gibt?

Am Frühstückstisch fasst sich Pia ein Herz und spricht das Thema noch einmal an: „Thomas, ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen, wenn ich wieder einsteige. Es sind so viele Dinge zwischen uns noch nicht verabredet. Können wir heute Abend mal in Ruhe darüber reden?“ Thomas ist einverstanden und Pia fällt ein Stein vom Herzen. Sie fühlt sich weniger alleingelassen und freut sich auf den Abend.

Wiedereinstieg – auch eine Herausforderung für die Partnerschaft

Du kennst diese Situation? Kein Wunder, denn der Wiedereinstieg nach der Elternzeit eine der ganz großen Herausforderungen für eine Partnerschaft. Viele Beziehungen zerbrechen daran, was man an der hohen Eltern-Scheidungsrate sieht.

Im Gespräch junger Eltern findet das Thema „Wiedereinstieg“ oft zu wenig statt. Man redet lange darüber, welcher Autositz der passende ist, aber nicht, wer im Notfall die Kinderbetreuung übernimmt oder den Windelnachschub organisiert. Häufig hoffen vor allem die Väter, dass ihre während der Elternzeit gut organisierte Partnerin das „irgendwie“ weiterhin alleine schafft. Manche Mutter frustriert diese passive Haltung so sehr, dass sie schweigt und leidet – was zur Entfremdung führt. Sie ist enttäuscht, weil ihr Partner keine Verantwortung zeigt. Hinzu kommen die Selbstzweifel, ob eine „gute“ Mutter denn überhaupt so früh arbeiten gehen sollte. Noch vor dem ersten Arbeitstag zehrt der Stress doppelter Berufstätigkeit an den Nerven und beschädigt die Partnerschaft.

Was kann euch helfen?

Nehmt euch regelmäßige kleine Auszeiten für euch als Paar. Für die schönen Dinge, aber auch zum Diskutieren anstehender Herausforderungen: Wer hat wann die größeren beruflichen Belastungen, wer hat welche Möglichkeiten über Home-Office, Gleitzeitmodell etc. die Stresszeiten aufzufangen? Wer hilft während der Eingewöhnungszeit in der Krippe, geht zum Elternabend? Gibt es Freunde, Großeltern oder Nachbarn, die mal einspringen können? Wann ist der erste Urlaub zum Auftanken möglich? Wenn ihr diese Fragen auslotet werdet ihr merken, ob der Wiedereinstieg funktioniert. Solltet ihr erkennen, dass es an zu vielen Stellen hakt, denkt einfach mal mutig über Alternativen nach: gibt es eine Chance, die Elternzeit zu verlängern oder für einen gewissen Zeitraum Stunden zu reduzieren? Auch Väter haben ein Recht auf Teilzeitarbeit – vielleicht wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, davon Gebrauch zu machen. Das Wichtigste zum Schluss: übernehmt die Verantwortung gemeinsam – es ist euer „Abenteuer Familie“, das vor euch liegt und bestanden werden will!

Rose Volz-Schmidt