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Stillen aus Sicht einer Hebamme

Dabei dient die Muttermilch nicht nur der körperlichen Sättigung, sondern ist auch Nahrung für die Seele des Kindes. Durch das Stillen wird die Mutter-Kind-Bindung gestärkt und die Grundbedürfnissen des Kindes nach Nähe und Geborgenheit werden befriedigt.

Die Muttermilch

Muttermilch ist an sich ein Wunder. Und das ganz wissenschaftlich betrachtet. Muttermilch ist immer ganz genau an die Bedürfnisse des Kindes angepasst. Das Kind bekommt also ganz „automatisch“ immer genau die Milch, die es braucht. Sie ist immer richtig temperiert und passt sich sogar während einer Stillmahlzeit an die aktuellen Bedürfnisse an. Außerdem schützt sie das Kind vor Krankheiten und hat unzählige nachgewiesene gesundheitsfördernde Aspekte.

Muttermilch enthält Enzyme, Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Hormone, Schutz- und Abwehrstoffe – immer in genau der passenden Menge und Zusammensetzung. Dadurch wird sie zur optimalen Ernährung eines Säuglings und ist absolut unnachahmlich. Obwohl die Wissenschaft beständig forscht und Hersteller von Fläschchenmilch die Säuglingsnahrung immer weiter optimieren, ist offensichtlich und unumstritten, dass künstlich hergestellte Milch niemals so gut werden kann wie Muttermilch.

Muttermilch ist und wird immer die gesündeste Ernährung eines Säuglings bleiben. Je länger ein Kind diese Nahrung bekommt, desto größer ist der positive Effekt, aber insbesondere in den ersten Tagen und Wochen profitiert das Kind von jedem Tropfen Muttermilch. Muttermilch ist ein Geschenk an das Kind von unermesslichem Wert.

Das Stillen

Stillen bedeutet für die Mutter in vielen Punkten eine Erleichterung im Alltag mit einem Säugling. So steht Muttermilch immer zur Verfügung, muss nicht zubereitet werden und ist keimfrei. Des Weiteren kostet sie kein Geld und muss nicht gelagert werden. Doch das Stillen hat seinen sehr individuell empfundenen Preis. So ist die stillende Mutter insbesondere in der ersten Zeit als einzige in der Lage, ihr Kind zu sättigen und damit auf gewisse Weise mit ihm verbunden. Oft empfinden Frauen dies zumindest phasenweise als Einschränkung der Freiheit und Flexibilität. Viele Frauen erleben insbesondere den Stillstart oft als schmerzhaft und kämpfen mit einigen Unannehmlichkeiten wie Schmerzen der Brustwarzen oder, dass sich die Milchmenge zunächst regulieren muss, weil zu viel oder zu wenig Milch vorhanden ist.

Aber dieser Preis ist gerechtfertigt und steht für viele Frauen im richtigen Verhältnis zu dem Nutzen des Stillens. Viele dieser Schwierigkeiten verschwinden, wenn die erste Anfangszeit vorüber ist und das Stillen sich gut etabliert hat. Denn das Stillen ist zwar ein natürlicher Prozess, doch sowohl Mutter als auch Kind müssen sich in diese Aufgabe und Herausforderung einfinden. Dazu braucht es Unterstützung und Hilfe von allen denkbaren Seiten. Das Stillen sollte im Interesse der ganzen Familie die dementsprechende Wertschätzung erfahren. Viele Hürden können mit der richtigen Unterstützung genommen werden und eine gute Stillbeziehung ist ein Glück für alle.

Denn eine gute und stabile Mutter-Kind-Beziehung ist die Grundlage für die seelische Gesundheit jedes Kindes. Und diese Beziehung wird durch das Stillen gefördert – ohne irgendeinen Zusatzaufwand oder irgendeine Art von Mühe. Der dichte Körperkontakt und damit die Nähe und Geborgenheit stärken das Kind nachhaltig und wirken sich wiederum auch auf seine gesunde Entwicklung aus.

Mein Rat

Jede Schwangere und jeder werdende Vater sollte wissen, dass es keinen gleichwertigen Ersatz zum Stillen gibt. Es gibt keine bessere Investition in die Gesundheit eines Kindes als das Stillen. Und genau deswegen hat jede Stillende ein Recht auf Unterstützung und Hilfe. Hebammen stehen helfend und beratend ab der Geburt und  so lange die Frau stillt zur Seite. Die Kosten dafür werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Des Weiteren gibt es Stillberaterinnen und Stilltreffs, bei denen Hilfe gesucht werden kann.

Letztendlich ist es eine individuelle Entscheidung einer jeden Mutter, wie lange und ob sie stillt. Einigen Frauen ist das Stillen aus körperlichen oder seelischen Gründen nicht möglich. Denn natürlich können auch nicht gestillte Kinder glücklich und gesund aufwachsen.

Als Hebamme begleite ich ohne Ausnahme Frauen auf ihrem Weg, ganz gleich welcher das ist. Was ich mir aber für jede Frau und Familie wünsche, ist, dass sie eine gut informierte Entscheidung trifft und sich nicht aus Unwissenheit oder falschem Wissen entscheidet. Außerdem wünsche ich jeder Frau, dass sie die Unterstützung findet, die sie braucht, um gut und sicher ohne Reue ihren Weg zu gehen, und dass sie Menschen hat, die sie in ihrer Entscheidung bestärken und tragen.