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Langzeitstillen - ein Erfahrungsbericht

Ja, ich stille immer noch. Seit nun gut 16 Monaten und ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Mein kleiner Sohn liebt und braucht das Stillen noch sehr. Er ist ein unheimlich aktiver Racker, sitzt fast nie still, nimmt alles um sich herum wahr und findet schwer zur Ruhe. Außer eben an meiner Brust. Hier tankt er nicht nur Milch, sondern vor allem Ruhe und neue Energie für neue Abenteuer. Kuscheln, Tragen, Schnuller, Schmusetuch oder auch eine Flasche – alles Dinge, die er konsequent verweigert, wenn er k.o. oder müde ist.

Langzeitstillen Mutter Kind

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht hin und wieder vom vielen Stillen genervt bin. Denn abends und nachts, da meldet sich der Kleine gerne häufig. Das zehrt natürlich an meinen Kräften und bringt logischerweise auch Schlafmangel mit sich.
Ja, es gibt Momente in welchen ich mir für einen Augenblick wünsche, dass das Stillen Geschichte ist. Aber diese Momente sind selten und das gute Gefühl, dass das Stillen noch wichtig und richtig für meinen Sohn ist, überwiegt.

Nichtsdestotrotz versuche ich gerade so ganz langsam und Schritt für Schritt das Stillen ein wenig zu reduzieren. Aber nicht wegen der Nächte, sondern vor allem auf Grund der Tatsache, dass mein Kleiner kein guter Esser ist. Am Tisch macht er lieber Experimente mit den Lebensmitteln, anstatt diese zu essen. Das ist prinzipiell ok und ich lasse meine Kinder mit allen Sinnen das Essen erleben, aber ein bisschen sollte natürlich schon im Mund bzw. im Magen landen.
Da der kleine Mann sich jedoch bisher noch sehr sicher ist, dass es für das Hüngerchen eine Portion Milch gibt, isst er am Tisch eben sehr spärlich. Ich denke, das würde und wird sich ändern, wenn er tagsüber nicht mehr so viel gestillt wird. 

D.h., dass ich nun nach und nach das Stillen am Tag, und dann auch nachts, reduzieren werde. Ich bin gespannt wie es klappt. Mein größter Wunsch war es immer, dass sich der Bub selber abstillt. So wie es sein großer Bruder damals gemacht hat. Hier lief das Abstillen wie im Bilderbuch. Sein Bedürfnis nach Stillen wurde peu à peu  weniger, bis er mit ca. 13 Monaten die Brust nicht mehr gebraucht hat. Er hat keine einzige Träne geweint und keinen Ersatz (z.B. Flasche mit Milch) benötigt. Es war einfach der richtige Zeitpunkt.Und dieser Zeitpunkt, der ist bei jedem Kind anders. Und bei jeder Mama selbstverständlich auch. Denn das Stillen, das muss sich immer für beide gut und richtig anfühlen! Nur für die Beiden. Für das Kind und die Mutter.

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Deswegen verstehe ich auch nicht, warum sich seit ca. vier Monaten die, zum Teil sehr grenzüberschreitenden, Fragen und Aussagen von außenstehenden Personen bzgl.  des Langzeitstillens häufen.
„Pass auf, bald zieht er Dir das Shirt in der Öffentlichkeit hoch“ oder auch: „Aber er kann doch schon Milch sagen“ sind nur zwei von diversen Sätzen, welche mir seit einigen Wochen immer wieder an den Kopf geknallt werden. Nach wie vor scheint es leider exotisch zu sein, wenn man als Mama über das erste Lebensjahr des Kindes hinaus stillt. Dabei empfiehlt die WHO, das Stillen nach Bedarf mindestens bis zum Alter von zwei Jahren fortzusetzen. Im Gegensatz dazu ist es für die meisten völlig legitim und logisch, dass Kinder weit über das erste Lebensjahr hinaus eine Flasche mit Milch am Abend, in der Nacht oder auch am Morgen bekommen.

Ich würde mir sehr wünschen, dass in Zukunft das Thema Stillen bzw. Langzeitstillen einfach normal wird. Und überhaupt, dass sich Mamas nicht mehr für „ihren“ Weg rechtfertigen oder erklären müssen. Sondern, dass Mamas ohne schlechtes Gewissen, komische Sprüche oder blöde Blicke ihren Weg gehen können. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Mamas alle das Beste für unsere Kinder wollen. Ob Stillen oder Flasche. Familienbett oder Babybett. Brei oder Fingerfood.

Oder einfach von allem ein bisschen…

Bis bald, Eure Frauke