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Hilfe, mein Kind hat einen Zeckenbiss, was ist zu tun?

Mein Sohn, 4 Jahre alt, besucht seit einem Jahr einen Waldkindergarten. Bereits letztes Jahr waren die Themen Zeckenbiss, Zecke und wie schütze ich mich gut und vor allem sicher vor einem Zeckenbiss ein großes Thema in unserer Familie. Am Ende der Saison hatten wir großes Glück. Wir kamen ohne einen Zeckenbiss durch die unangenehme Zeckenzeit.

Was bedeutet Zeckenzeit?

Die kleinen Parasiten aus der Reihe der Spinnentiere erlangen mit ihren acht Beinchen ab einer Temperatur von 7 Grad wahre Berühmtheit im Leben des Menschen. In unseren Breitengeraden bedeutet dies, dass sich ihre Lebenszeit etwa von März bis Oktober oder gar November befindet. Je nachdem wie mild unser Winter und Frühling ausfallen.

Mitunter können sie ganzjährig vorkommen. Vielleicht interessant zu wissen: Mit dem Virus FSME infizierte Zecken sind robuster als andere und überleben damit sogar kältere Temperaturen und härtere Bedingungen.

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Wo findet man Zecken?

Zecken lieben feuchte, schattige und kühle Plätze. Daher muss man sich insbesondere in Wäldern und Feuchtgebieten besonders gut vor ihnen schützen.

Die gefährlichsten Stellen sind hohe Gräser und das Gewächs Farn. Läuft mein Sohn in dieser Zeit ohne Schutz durch Wälder, kann ich mir sicher sein, wir finden etwas bei ihm.

Besondere Vorsicht ist in Süddeutschland geboten. Hier sind tatsächlich die meisten Zecken mit dem gefährlichen FSME-Virus infiziert. Das Gute ist, es gibt inzwischen einen Impfwirkstoff, der gegen diese Erkrankung schützt. Ich persönlich würde aus diesem Grund empfehlen, dass sich jeder in besonders gefährdeten Gebieten mit diesem Thema intensiv auseinandersetzt.  Ein besonderer Zeckenschutz empfiehlt sich vor allem für Angler, Menschen die beinah täglich in Wäldern unterwegs sind und all jene, die in Teilen Deutschland wohnen, wo vermehrt infizierte Zecken vorkommen. Hier spricht man wohl von der Art mit dem Namen Holzbock und Auwaldzecke.

Und für alle anderen?

Vor einigen Wochen ist es zu meinem großen Leid bei uns zu Hause so weit gewesen. Mein Sohn trug seine erste Zecke nach Hause. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich an jenem Tag schreiend durch die Wohnung gelaufen bin. So schrecklich ist für mich der erste Biss gewesen.

Da ahnte ich noch nicht, dass er am nächsten Tag seine zweite und am dritten bereits zwei gleichzeitig mitbringen würde. Ich bin verrückt geworden. Zu allem Überfluss sind die kleinen Spinnentiere dieses Jahr wirklich so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge kaum erkennt. Ein Zeckenbiss sollte jedoch so früh es geht vom Körper des Kindes entfernt werden. Das Tierchen kann bis zu 15 Tage am Wirt hängen bleiben. Ist es vollgesogen, lässt es sich einfach abfallen.

Wie die Zecke zubeißt? Mit einem Stachel bohrt sie ein kleines Loch in das Gewebe des Menschen. Anschließend setzt sie dort ihren Mund an und saugt so lange Blut, wie sie es für ihre Entwicklung benötigt. Warum dies wichtig ist? Anhand der Größe kann man eventuell abschätzen wie lange sie bereits am Wirt = Mensch hängt. 

Warum ist das wichtig?

Am wichtigsten bei der Entfernung ist, dass der Kopf mit entfernt wird. Ist dies nicht der Fall, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden. Auf die Anwendung von Desinfektionsmittel sollte vor der Entfernung verzichtet werden. Eine Übertragung einer Infektion kann dadurch begünstigt werden. Lieber danach einmal mehr desinfizieren.

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Entfernen kann man die kleinen Tierchen mit einer Pinzette, die extra für die Entfernung von Zecken ausgelegt ist, oder eine sogenannte Zeckenkarte. Beides gibt es in jeder Apotheke. Beim Kauf noch einmal nachfragen, wie es funktioniert. So gibt es die wenigsten Missverständnisse.

Fakt: je kürzer die Verweildauer ist, desto weniger Risiko besteht, dass sie den Menschen mit Krankheiten ansteckt. Nicht jedes Tier ist infiziert. Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man für ca. 20 Euro die Zecke in einem Institut einschicken und auf Krankheiten untersuchen lassen. Empfehle ich eigentlich nur, wenn eine ernstzunehmende Vorerkrankung oder Immunschwäche besteht und hier wirklich auf Nummer sicher gegangen werden muss. Wer mag, kann sich das kleine Tierchen mit Namen und Datum auf einem Klebestreifen an den Kühlschrank hängen. Sollten Symptome auftreten, kann dies immer noch eingeschickt werden. So macht es zumindest unsere Tagesmutter.

Ich entsorge sie immer gleich in Toilettenpapier eingerollt in die Kanalisation. Zu groß ist mir die Gefahr, dass sich irgendwo bereits Eier eingenistet haben.

Denn Vorsicht! Nicht nur FSME ist eine gefährliche Erkrankung eines Zeckenbisses. Auch Borreliose kann im Laufe des Lebens einige ernstzunehmende Erkrankungen auslösen. Manchmal auch direkt nach dem Biss.

Wie verhalte ich mich nach einem Zeckenbiss?

Der Zeckenbiss sollte zur Vorsicht mit einem Filzstift umrandet werden. Breitet sich um ihn herum die sogenannte Wanderröte aus (rote Flecken), muss ein Arzt aufgesucht werden. Zusätzlich kann es zu grippeähnlichen Symptomen oder Fieber kommen. Alles Anzeichen für Borreliose Stadium 1, die schnell mit Antibiotika von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden muss.

Wie schütze ich mich am besten?

  • Hohe Gräser am Wegesrand oder im Wald meiden.
  • Lange, helle und vor allem geschlossene Kleidung tragen. Als Tipp: den Kindern die Hose in die Socken stecken.
  • Helle Kleidung sorgt für schnelles Entdecken der kleinen Parasiten.
  • Zeckenschutzspray anwenden. Ich schwöre auf Anti Brumm aus der Apotheke. Es gibt eine natürliche Variante, bestehend aus Citronella Aromen. Seit ich diese verwende, hatten wir, toi – toi – toi, keinen Zeckenbiss mehr. Ich sprühe immer etwas auf die Haare und Kleidung meines Sohnes. Oft kommt es vor, dass sich die kleinen Tiere über kurze Zeit zu ihrem eigenen Schutz in den Haaren des Menschen verstecken, um später in Ruhe einen für sich sicheren Ort auszuwählen. Es ist bereits zweimal vorgekommen, dass wir keinen Zeckenbiss direkt nach dem Eintreffen zu Hause entdecken konnten. Am Abend aber schon.
  • Die beliebtesten Stellen am Körper sind jene, die gut verdeckt und feucht sind. Hinter den Ohren, unter den Armen, im Intimbereich und zwischen den Zehen. Hier sollte besonders gut geschaut werden.
  • Beim Aufenthalt in Risikogebieten ausreichend über einen Impfschutz informieren. Ggf. impfen lassen. Es gibt wohl auch einen besonderen Kinderimpfstoff.

Das war es von mir an jener Stelle. Ich hoffe, ihr kommt gut durch die Zeckenzeit. Dafür auf jeden Fall alles erdenklich Gute. Sollte euch doch Mal ein Zeckenbiss ereilen, keine Panik! Ihr schafft das.

 

Denkt einfach an das Wichtigste:

1.       Zeckenpinzette und Zeckenkarte zu Hause haben.

2.       Vor einem Waldbesuch gut mit Insektenspray einsprühen.

3.       Geschlossene, helle und lange Kleidung tragen.

4.       Schwarzkümmelöl trinken, wenn man viel mit der Natur zu tun hat.

5.       Immer den Körper absuchen.

6.       Nach einem Zeckenbiss, die Stelle gut markieren.

7.       Bei Symptomen nach einem Biss gleich einen Arzt aufsuchen.

8.       Je schneller die Zecke entfernt wurde, desto besser. Nicht lange Zögern.

9.       Der Kopf muss raus. Ansonsten einen Arzt aufsuchen.

 

Liebe Grüße,

eure Alina