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Einsamkeit

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Vor vier Jahren kam mein erstes Kind zur Welt. Vorher stand ich mit beiden Beinen fest im Leben. Ich hatte viele Freunde. War sehr angesehen in meinem Job und irgendwie, würde ich behaupten, sehr beliebt. Eins hatten all die Menschen vor der Geburt meines ersten Kindes gemeinsam. Sie versprachen eine Menge.„Wenn dein Kind erst einmal da ist, wirst du uns nicht mehr los.“ „Ich werde Babysitten. Immer und wann du willst. Der Kleine wird bestimmt so süß.“ „Ich möchte immer bei dir sein dürfen.“

Ich glaubte daran.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis mich die Realität nach der Geburt meines Kindes einholte. Ich wollte raus, aber keiner war da, der dies gemeinsam mit mir tun wollte. Ständig hörte ich entweder nichts oder langweilige Absagen, dass man heute nicht könne, aber bald. Suchte ich wirklich mal nach einem Babysitter, erwies sich diese Suche als schier unmöglich. Oma und Opa, der feste Fels in meiner Brandung, wäre da nicht die schier unstillbare Sehnsucht nach einem Freund oder einer Freundin, die einen anders versteht als die eigenen Eltern.

Es wurde einsam um mich herum.

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Ich liebte mein Kind abgöttisch, also suchte ich nach Alternativen. Mein Kleiner und ich machten es uns gemütlich. Gingen viel Spazieren. Bis ich irgendwann das Gefühl hatte, die Einsamkeit wächst mir über den Kopf. Ich sehnte mich nach Menschen, die mir zuhörten. Denen ich zuhören durfte. Menschen, die eine andere Sprache als mein Baby sprachen. Kurz: mit denen ich Konversation betreiben konnte. Mich austauschen über das Leben und das Sein, so wie ich es immer gerne getan hatte. Ich war die erste im Freundeskreis und in meiner Familie, die ein Kind bekam. Zu früh, um mit den anderen eins zu bleiben?

Ich weiß es nicht. Spürte nur, dass sich immer mehr Menschen von mir zurückzogen. Nicht verstanden, wenn ich mal sagte, dass ich nach acht zu müde sei um noch auszugehen.

Als die Einsamkeit mich beherrschte suchte ich nach neuen Wegen. Lösungen, die mir halfen wieder fröhlich zu sein. Spaß am Leben zu haben. Es ging mir so gut, wie lange nicht und doch fehlte mir ein so elementarer Teil wie andere Erwachsene um mich herum.

Ich begann damit Babykurse zu besuchen. Dreimal die Woche. Ging zum Babyschwimmen. Machte Sport mit Kind und unterhielt mich in Stillcafés mit anderen Müttern. Zu meinem großen Glück entstand eine zarte Freundschaft aus meinem Geburtsvorbereitungskurs. Es passte so gut, dass wir uns alle vier Wochen mit den Babys in einem Café trafen.

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So langsam wuchs ich in meine neue Rolle mit neuen Menschen hinein. Die alten Freunde gingen immer mehr. Neue kamen und gingen ebenfalls. Es ist gar nicht so einfach neue Freundschaften zu beginnen. Alte bestehen oft über Jahre. Wir lernen Vertrauen aufzubauen. Schaffen uns Erinnerungen, Momente und gemeinsame Augenblicke. Und plötzlich soll alles weg sein?

Ab und an hatte ich Sorge, dass es mir mit neuen Freundschaften ebenso ergehen würde. Man lernte sich anders kennen. Ging anders auf Bedürfnisse ein. Knüpfte eine andere Beziehung. Lernte sich ganz neu kennen. Heute bin ich glücklich damit. Nur manchmal erwacht diese Sehnsucht nach meinen alten Mädels, die einen immer verstanden. Bei denen man glaubte, etwas ganz Besonderes zu haben, um am Ende festzustellen, dass es wohl doch nur eine Reise auf Zeit gewesen zu sein schien.

 

Eure Alina

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