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Das Thema Betreuung – ein Drama in drei Akten!

Habt ihr für eure Kinder schnell einen Kindergartenplatz gefunden? Oder hat euch die Suche nach einer geeigneten Betreuung vielleicht auch so viele Nerven gekostet wie mich?

Bevor ich schwanger wurde, verschwendete ich keinen einzigen Gedanken an die Betreuung eines Kindes. Als ich letztendlich schwanger wurde und mein Kind 40 Wochen unter meinem Herzen trug, sah das schon anders aus.

Die richtige Betreuungsform

Viele Gedanken gingen uns als Paar und werdende Eltern durch den Kopf. Wie sollte die Betreuung unseres Kindes aussehen? Ab wann wollten wir ihn in einen Kindergarten oder zur Tagesmutter geben? Wie würde es finanziell laufen – mit oder ohne Kindergartenplatz?

Unsere finanzielle Lage sah so aus, dass ich meine Elternzeit nur begrenzt auf ein Jahr nehmen konnte. Anschließend musste es für mich zurück in meinen alten Job gehen. Und zwar in Teilzeit, denn mehr war nicht möglich. Da ich im Schichtdienst arbeite, ist eine Vereinbarung von Nachtdienst, Spätdienst oder Frühdienst mit Kindern sehr schwer zu handhaben. Meine zu absolvierenden Dienste beschränkten sich also vorrübergehend aufs Wochenende.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Zeit, die mir mit meiner Familie sehr fehlte. Geld, das wir unbedingt benötigten. Dennoch entschieden wir uns gegen einen Kindergartenplatz unter drei Jahren. Unser Sohn sprach kaum, konnte schwer bei Fremden seine Bedürfnisse äußern. Wir, seine Eltern und Großeltern, kannten ihn und wussten, welche Gesten was bedeuten sollte.

Obwohl ich mich nach meinen Wochenenddiensten oftmals matt und ausgelaugt fühlte, schien unsere Entscheidung die Richtige zu sein. Wir fühlten uns wohl damit. Die Zeit, die wir hatten war wunderschön. In der Woche schliefen wir lange. Kochten gemeinsam. Gingen viel raus an die frische Luft. Das Leben zu zweit machte richtig Spaß.

Bis er ungefähr zweieinhalb Jahre alt war, schien die Betreuung zu Hause in Kombination mit Opa und Oma das perfekte Konzept für unseren Sohn dazustellen. Nicht jeder kann auf das Glück zurückgreifen, Oma und Opa so nah bei sich zu haben, sodass sie sich (wie in unserem Fall) aktiv an der Betreuung beteiligen können. Fluch und Segen liegt hier nah beieinander.

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Es kam die Zeit, in der er motorisch immer fitter wurde. Zunehmend anfing die ersten gemeinsamen Spielversuche mit anderen Kindern zu wagen, während die Sprache auch mit zwei Jahren weiterhin ausblieb. So langsam wuchs bei uns Eltern der Eindruck, ein Kindergartenplatz täte ihm gut. Andere Eltern schoben seine Sprachdefizite auf die fehlende Kindergartenerfahrung – wir auch. Leider hatten wir uns parallel zu einer Anmeldung in Kindergärten dazu entschlossen etwas ländlicher zu ziehen. Mit unserer Anmeldung und dem Adresswechsel gab es daher erhebliche Probleme.

Die Anmeldung im Kindergarten

Die Kindergärten verstanden nicht, dass wir zwar noch in der Großstadt gemeldet waren, aber bereits zum nächsten Kindergartenjahr eine neue Wohnung auf dem Land hatten. Sie lehnten uns reihenweise ab. Erklärungen wollte keiner hören, dafür fehlten Zeit und Geduld. Der Andrang an neuen Kindern war zu hoch. Am Ende blieb der Kindergartenplatz für unseren Sohn aus.

Ein zweites Kind statt Kindergartenplatz

Parallel entschieden wir uns für ein weiteres Kind und somit ein Jahr weitere Elternzeit. Erst noch einmal raus aus dem Job, um den Kindern die bestmögliche Betreuung zu schenken. Mit Oma und Opa hatte es sich in der Zwischenzeit jedoch zu einem wahren Kraftakt hoch geschaukelt. Die beiden, ebenfalls berufstätig, konnten überhaupt nicht so viel aufpassen, wie ich arbeiten musste. Job und Kind schien zwischenzeitlich eine so hohe Belastung für mich dazustellen, dass ich unter akutem Haarausfall litt. Kahle Stellen zierten meinen Kopf und dafür schämte ich mich sehr.

Schwangerschaft 2.0

Mit der zweiten Schwangerschaft regulierte sich mein Körper. Ich sammelte neue Kraft und Lebensfreude, glaubte wieder an Vereinbarkeit von Familie und Arbeit. Von zu Hause aus war der Gedanke nicht so schwermütig, wie wenn man eigentlich zur Arbeit muss, leider aber überhaupt nicht weiß, wer das Kind nehmen kann.

Mit der Schwangerschaft meines zweiten Kindes hatten wir ein Jahr geschenkt bekommen. Ein Jahr, in dem wir uns nur dem Thema Kindergarten widmen konnten. Dieses Mal musste es funktionieren. Gemeinsam setzten wir uns an die Bewerbungen. Wir riefen das Jugendamt an und telefonierten was das Zeug hielt. Die immer gleiche Antwort: „Noch können Sie nichts tun! Sie müssen warten bis im September das Portal Little Bird online geht.“

Wir warteten

Mit der ersten Anmeldung von fünf möglichen Plätzen im September kam der herbe Schlag. Einen Kindergartenplatz für ein Kind über drei Jahren? Fast unmöglich. Durch die neue Regelung, dass Kindergärten Ü3 Kinder aufnehmen müssen, wandern zum neuen Kindergartenjahr die eigenen Kinder der Einrichtung „nach oben“. So sind für Kinder ab drei Jahren, die von außen kommen, kaum noch Plätze frei. Zudem gibt es generell weniger Plätze, da eine gewisse Anzahl an 2Jährigen Kindern aufgenommen werden muss. Diese wiederum zählen aber für zwei Kinder. Jeder kann sich nun selbst ausrechnen, dass es logischerweise weniger Plätze gibt.

Zu viele Kinder, zu wenige Kindergartenplätze

Der Fehler liegt nicht bei den Kindergärten. Er liegt darin, dass es zu wenige Kindergärten gibt. Das Betreuungsangebot ist zu gering. Nach unendlich vielen Absagen. Aufgrund der großen Sorge, dass unser Sohn ein weiteres Jahr zu Hause bleiben müsste, wichen wir auf den nahegelegenen Waldkindergarten aus – ohne Mittagessen und nur bis viertel vor zwei. Betreuungszeiten, bei denen ich nicht weiß, wie ich nebenbei arbeiten gehen soll. Der Grund, warum sich viele Eltern erst gar nicht dort bewerben.

Eine Hilfe für mich im Alltag? Ich weiß es nicht. Vielleicht nicht, vielleicht sogar eher eine zusätzliche Belastung. Doch trotz allem und auch, wenn es nicht optimal ist für unsere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist: Für mein Kind ist es die beste Alternative. Und letztendlich stehen unsere Kinder immer an erster Stelle. Für sie würde ich so manche Hürde überwinden. Auch, wenn dies viel Kraft abverlangt.

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